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10.5.26 10:19
Ehrenamtliche Rehkitz-Retter suchen 25 Hektar Wiese vor Beginn der Mäharbeiten ab – 9.000 Euro teure Wärmebild-Drohne spürt Jungtiere im hohen Gras auf – Last-Minute-Fund rettet zweitem Kitz in letzter Sekunde das Leben (on tape und in O-Tönen) – Jagdpächter und Helfer sichern Nachwuchs in Boxen – Kadaver-Gefahr für Milchkühe durch Rettung gebannt – Rückkehr zur Ricke glückt vor laufender Kamera – Ganze Familie bis hin zum Neunjährigen Sohn des Jagdpächters packen bei der Rettung mit an
Erfolg auf ganzer Linie – Verein konnte durch den Einsatz moderner Technik bereits über 1.000 Tiere vor dem grausamen Mähtod bewahren – Ausführlicher Reportagen-Dreh mit Luftaufnahmen, zahlreichen (situativen) O-Tönen und süßen Bildern der geretteten Tiere
10.05.26, 10:19 Uhr
Datum: Sonntag, 10. Mai 2026
Ort: Brookmerland, Landkreis Aurich, Niedersachsen
(jb) Sonntagmorgen in Leezdorf, Ostfriesland. Es ist gerade einmal 4:45 Uhr. Während der Rest der Region noch schläft, beginnt für Bernd Stockmann und sein Team vom Verein „Kitzrettung Osteel“ der wichtigste Teil des Tages. Die Zeit drängt. Die Landwirte nutzen das gute Wetter für die Mahd, also das Mähen. Doch im hohen Gras lauert eine tödliche Gefahr für den Nachwuchs der Rehe. Bernd Stockmann berichtet: „Wir haben 25 Hektar vor uns. Den Verein haben wir vor fünf Jahren gegründet. Früher war die Suche mit Hunden oder zu Fuß eher ein Glücksspiel, weil Rehkitze keinen Eigengeruch haben. Da wittert kein Hund was.“ Heute setzt das Team auf Hightech. Eine rund 9.000 Euro teure Wärmebilddrohne fliegt das Feld in automatischen Bahnen ab. Was früher Stunden dauerte, erledigt die Technik in Minuten – und das mit einer Erfolgsquote von fast 90 Prozent. „Die warmen Punkte sind als helle Stellen sichtbar. Da – auf der rechten Seite. Das könnte ein Hase sein oder ein Maulwurfshügel. Wir gehen zur Kontrolle tiefer, von 60 auf 16 Meter. Verdacht auf Tier," sagt Stockmann. Doch die Technik ist sensibel. Fehlalarm. Zwei Hennen fliegen auf. Kurze Zeit später die nächste Wärmequelle. Diesmal ist es ein Hase – doch der ist schon groß genug und bringt sich selbst in Sicherheit. Mit dabei ist heute auch Jagdpächter Johann Bontjes und sein Sohn Finn. Der Neunjährige ist bereits ein Profi an der Transportbox. Dann kommt das Signal über Funk: Ein Kitz! „Ich unterstütze hier meinen Vater. Wir haben das Kitz vorsichtig in die Box gesetzt und sie mit Gras ausgelegt. Das ist wichtig als Schutz vor der Sonne, aber auch, damit wir keinen menschlichen Geruch übertragen," sagt Sohn Finn. Das ist entscheidend: Würde das Kitz nach Mensch riechen, würde die Mutter – die Ricke – es nicht mehr annehmen. Während das Kitz sicher am Feldrand unter einem Busch wartet, gibt der Jagdpächter dem Landwirt Jan Goldenstein-Schwitters grünes Licht. Der ist froh: „Wir haben ein großes Eigeninteresse daran. Kadaver im Futter sind extrem gefährlich für die Milchkühe. Früher haben wir Ketten oder Pieper genutzt, das war wenig effektiv. Heute ist die Wärmebildtechnik ein riesiger Fortschritt. Es ist auch unsere ethische Verantwortung.“ Wer die Suche vor der Mahd schwänzt, riskiert nicht nur das Leben der Tiere, sondern auch saftige Bußgelder oder sogar ein Gerichtsverfahren. Heute scheint alles glatt zu laufen – bis die Mahd kurz stockt. Der Jagdpächter hat eine Vorahnung. Er hat eine Ricke beobachtet, die sich auffällig verhält. Tatsächlich: Ein zweites Kitz ist nach dem ersten Drohnenflug wieder zurück ins Feld gelaufen. Ein Last-Minute-Fund. Wäre die Mäh-Maschine jetzt weitergefahren, hätte das Tier keine Chance gehabt. „Der Mähtod ist besonders grausam. Die Tiere werden teils schwer verletzt, man hört die Schreie hunderte Meter weit. Deshalb ist die Rettung ein absolutes Muss", meint Jagdpächter Johann Bontjes. Nach getaner Arbeit der Moment, für den die Ehrenamtlichen seit vier Uhr morgens auf den Beinen sind: Die Kitze werden wieder in die Freiheit entlassen. Eins läuft sofort zur Mutter, das zweite folgt kurz darauf. Ein zuckersüßer Anblick. Bernd Stokmann ist stolz: „25 Hektar, zwei Kitze gerettet. Alles ehrenamtlich über Spenden finanziert. Wenn man sieht, wie die Ricke ihr Jungtier wieder annimmt, weiß man, warum man das macht.“ Ein erfolgreicher Sonntag für die Kitzretter von Osteel. In der Region konnten sie so schon über 1.000 Tieren das Leben retten. Und die Technik wird immer besser: Bald soll eine KI dabei helfen, die Wärmebilder noch präziser auszuwerten. Damit kein Kitz mehr übersehen wird.