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22.2.26 20:21
Traditionelles Funkenfeuer – 17-Meter-Holzturm geht in Flammen auf – Gigantischer Holzstapelbrand vernichtet symbolische Funkenhexe – Imposante Konstruktion bricht unter Funkenflug zusammen – Spektakulärer Winter-Abschied vor riesiger Kulisse
Brauchtumspflege in Bayern - Mildes Wetter in den kommenden Tagen - Kommt jetzt der Frühling?
22.02.26, 20:21 Uhr
Datum: Sonntag, 22. Februar 2026, 18:00 Uhr
Ort: Ofterschwang, Landkreis Oberallgäu, Bayern
(jb) Am vergangenen Wochenende erhellten im Allgäu wieder zahlreiche Funkenfeuer den Abendhimmel. In vielen Dörfern und Gemeinden versammelten sich Einheimische und Gäste, um gemeinsam eine der ältesten Traditionen der Region zu feiern: den Funkensonntag. Die großen Feuer gelten als symbolischer Abschied vom Winter und als Willkommensgruß an den kommenden Frühling. Die Funken bestehen aus einem hoch aufgeschichteten Turm aus Holzspänen, alten Weihnachtsbäumen und weiterem trockenem Altholz. Dieses Material wird oft wochenlang gesammelt und schließlich von den Dorfbewohnern zu einem imposanten Holzturm aufgestapelt. Je nach Ort erreicht der Funken beeindruckende Höhen von mehreren Metern und ist schon von weitem sichtbar. Auf der Spitze des Turms wird traditionell eine Funkenhexe angebracht – eine Strohpuppe, die auf einem Besen sitzt und weithin sichtbar über dem Holzstapel thront. Der Funken in – spektakulär und schnell verglüht Ein besonderer Höhepunkt war in diesem Jahr der Funken in Ofterschwang. Der dort errichtete Turm war rund 17 Meter hoch und zählte damit zu den größten in der Umgebung. Nach dem Entzünden griffen die Flammen innerhalb kürzester Zeit auf das trockene Holz über. Das Feuer schoss rasch in die Höhe, Funken stoben in den Nachthimmel, und der Turm stand binnen Minuten in Vollbrand. Kurz darauf verlor die Konstruktion ihre Stabilität: Der Funken fiel in sich zusammen, begleitet von lautem Knistern und dem Staunen der Zuschauer. Trotz der schnellen Zerstörung blieb der Anblick des lodernden Feuers ein eindrucksvolles Erlebnis für alle Anwesenden. Die Funkenhexe hat eine symbolische Bedeutung. Sie steht für den Winter, für Kälte, Dunkelheit und alles, was die Menschen hinter sich lassen wollen. Wenn die Hexe im Feuer verbrennt, soll dies sinnbildlich den Winter vertreiben und Platz für Licht, Wärme und neues Leben schaffen. In früheren Zeiten glaubte man, dass das Feuer böse Geister und Unglück fernhält. Auch heute noch ist dieser Gedanke Teil der überlieferten Symbolik, selbst wenn der Brauch vor allem als gemeinschaftliches Fest erlebt wird. Der Funkenbrauch selbst hat seinen Ursprung in alten, vorchristlichen Frühlingsritualen. Das große Feuer sollte Fruchtbarkeit für Felder und Wiesen bringen und den Neubeginn im Jahr markieren. Bis heute ist das Funkenfeuer ein wichtiges soziales Ereignis: Dorfgemeinschaften kommen zusammen, helfen beim Sammeln des Holzes, beim Aufbau des Turms und feiern anschließend gemeinsam am Feuer. Und es gibt gute Nachrichten: Der Frühling schickt mit dem milden Wetter der kommenden Tage erste Vorboten. Es gibt zweistellige Plustemperaturen vielerorts.